In Niedersachsen und Schleswig-Holstein sorgt derzeit ein massiver Ausbruch des Equinen Herpesvirus (EHV-1) für Besorgnis in der Pferdewelt. Mehrere Betriebe sind betroffen, darunter auch ein renommierter Turnierstall in Schleswig-Holstein. Experten warnen vor der schnellen Verbreitung des Virus und mahnen zur Vorsicht.
Besonders alarmierend: In Schleswig-Holstein musste ein Stall aufgrund der hohen Infektionsrate bereits unter Quarantäne gestellt werden. Wie aus Medienberichten hervorgeht, zeigten mehrere Pferde des betroffenen Turnierstalls neurologische Symptome, darunter Koordinationsstörungen und Fieber. Bereits zwei Pferde sind an den Folgen der Infektion verstorben. Auch in Niedersachsen wurden vermehrt Fälle gemeldet.
Das Equine Herpesvirus ist hochansteckend und wird vor allem durch direkten Kontakt zwischen Pferden sowie durch kontaminierte Gegenstände wie Halfter oder Putzzeug übertragen. Besonders in großen Pferdebetrieben mit regem Turnierbetrieb kann sich das Virus schnell ausbreiten.
Maßnahmen zur Eindämmung
Um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern, wurden von Veterinärbehörden und Stallbetreibern strenge Maßnahmen ergriffen:
Quarantäne der betroffenen Betriebe
Isolierung infizierter Pferde
Strenge Hygieneauflagen, insbesondere das regelmäßige Desinfizieren von Ausrüstung und Stallbereichen
Vermeidung von Kontakt zwischen Pferden verschiedener Ställe
Einschränkung des Pferdeverkehrs zwischen Betrieben
Engmaschige Überwachung betroffener Tiere durch Tierärzte
Pferdehalter sind dazu aufgerufen, diese Maßnahmen konsequent umzusetzen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.
Impfung als Prävention
Obwohl die Impfung gegen das Equine Herpesvirus keine vollständige Immunität bietet, kann sie helfen, den Verlauf der Krankheit abzumildern und das Infektionsrisiko zu reduzieren. Besonders für Pferde, die regelmäßig an Turnieren teilnehmen oder in Ställen mit hoher Pferdedichte stehen, wird eine Impfung dringend empfohlen.
Laut Experten bietet die Impfung folgende Vorteile:
Reduktion der Virusausscheidung infizierter Pferde
Milderung der Krankheitssymptome
Senkung des Risikos von schweren neurologischen Verläufen
Beitrag zur allgemeinen Eindämmung des Virus in der Pferdepopulation
Um einen bestmöglichen Schutz zu gewährleisten, sollten Pferde regelmäßig geimpft werden. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfiehlt ein Impfintervall von sechs Monaten für Pferde mit erhöhtem Infektionsrisiko.
Mehr Informationen zur Herpesimpfung findest du hier:
Turniersport betroffen
Der Herpes-Ausbruch hat auch Auswirkungen auf den Turniersport. Bereits erste Veranstalter in Schleswig-Holstein und Niedersachsen prüfen, ob sie geplante Turniere absagen müssen, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) empfiehlt Stallbetreibern und Reitern, vorerst auf überregionale Pferdebewegungen zu verzichten und Pferde besonders aufmerksam auf mögliche Symptome zu beobachten.
Die aktuelle Lage zeigt, wie schnell sich das Equine Herpesvirus ausbreiten kann und welche Herausforderungen damit verbunden sind. Pferdehalter sollten sich regelmäßig über neue Entwicklungen informieren und präventive Maßnahmen ernst nehmen, um ihre Tiere bestmöglich zu schützen.
Quellen: ndr.de, ClipMyHorse.tv